Die Schilddrüse – Antrieb des Stoffwechsels
|
| ![]() |
Sie ist klein und leicht, aber entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden: die Schilddrüse. Oft findet sie wenig Beachtung, dabei ist sie die Kraftquelle, von der so vieles abhängt.
Die Schilddrüse des Pferdes sitzt am Hals, unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre und hat zwei Flügel. Sie nimmt Jod aus dem Blut auf und produziert daraus die Hormone Trijodthyronin und Thyroxin. Sie sind die einzigen Hormone, die Jod enthalten. Sie treiben den Stoffwechsel an und beeinflussen das Herz-Kreislauf-System. Durch sie wird der Herzschlag beschleunigt, der Blutdruck steigt und die Blutgefäße werden erweitert. Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Darmtätigkeit wird ebenfalls durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst. Und sie können noch viel mehr: Sie sind für zahlreiche Wachstumsprozesse im Körper zuständig und treiben den Grundumsatz und Energieverbrauch des gesamten Organismus nach oben. Durch die Hormone wird ebenso die Gehirntätigkeit aktiviert. Darum ist die Schilddrüse auch für das seelische Gleichgewicht verantwortlich.
Wenn die Schilddrüse nicht funktioniert
Zu wenig oder zu viel Jodzufuhr, aber auch Krankheiten oder Medikamente, können die Schilddrüsenfunktion maßgeblich beeinträchtigen. Es kommt zu einer Schilddrüsenunterfunktion oder –überfunktion. Bei einer Überfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Diese Störung wurde bei Pferden allerdings extrem selten beobachtet. Häufiger kommt es zur Unterfunktion, bei der zu wenig Schilddrüsenhormone produziert werden. Fast immer ist der Kropf des Pferdes dann fühl- oder sichtbar geschwollen. Weitere Zeichen für eine Unterfunktion sind:
Bei erwachsenen Pferden
• Mattigkeit und Energielosigkeit
• Langsamer Herzschlag
• Geschwollenes Gewebe, speziell im Gesicht und an den unteren Gliedmaßen
• Gewichtszunahme, trotz geringem Appetit
• Muskelprobleme
• Kälteempfindlichkeit
• Unfruchtbarkeit bei Stuten und Hengsten
• Trockene, schuppige Haut, mattes Fell
• Verzögerter Fellwechsel oder Löcher im Fell
Bei Fohlen
• Schwach bei der Geburt
• Schlechte Saugreflexe und allgemeine Reflexe
• Schlechte oder keine Koordination
• Kälteempfindlichkeit
• Langes Fell
• Atemprobleme
• Verkümmerung
• Knochen- und Muskelentwicklungsstörung
• Tod
Mit einem Bluttest kann der Tierarzt schnell herausfinden, ob eine Störung der Schilddrüse vorliegt.
Behandlung und Vorbeugung
Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion ist davon abhängig, ob die Schilddrüse selbst nicht voll funktionsfähig oder ihre Hormonproduktion durch eine andere Krankheit gestört ist. Die beste Prophylaxe gegen Schilddrüsenprobleme ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Jodzufuhr, vor allem für tragende Stuten.
Claudia Wichtmann






